LES ÉPIPHANIES DE MARIE (1967, 352 S.)
Die Erscheinungen Mariens
Erschienen im Verlag Beauchesne, das Buch Les Épiphanies de Marie vereinigt die Texte, welche Raoul Auclair für O.R.T.F. über die Erscheinungen Mariens geschrieben hat. Der Autor ist der erste, der den eschatologischen Charakter der großen Marienerscheinungen hervorhebt. Dieses Buch, das kurz vor dem Internationalen Marianischen Kongreß zur Gelegenheit des fünfzigsten Jahrestag der Erscheinungen von Fatima erschien, brachte ihm die Ehre ein, als einer von wenigen Laien dazu eingeladen zu werden.
Man muß sich sie zu eigen machen, man muß davon überzeugt sein, die Erscheinungen Mariens sind nicht einfach Zufälligkeiten auch wenn sie im Rahmen von Tatsachen geschehen und sich auf den Augenblick stützen. Wenn sie eng mit der Aktualität der Geschichte verbunden sind, erklären sie sich erst im Fortbestand der Geschichte. Sie scheinen eine gewisse Zeit zu betreffen, aber treten ins Mysterium der Zeit ein. Sie betreffen ein bestimmtes Ereignis, zeigen uns aber das Ereignis, das die große Ankunft ist. (Raoul Auclair, Les Épiphanies de Marie, S. 13).
Ich glaube, daß die kindliche Sorge von Raoul Auclair, besonders in seinem Buch ,Les Épiphanies de Marie die sieben großen Erscheinungen, welche seit 1830 von der Kirche anerkannt sind, zu untersuchen, ihm erlaubte, in einer neuen Erleuchtung eine Menge Texte in den Heiligen Schriften zu lesen und einige Punkte zu zeigen, die die klassische Theologie heute noch lange nicht völlig integriert hat (André Richard, Priester und Chefredaktor von LHomme Nouveau, Paris).
Die Erscheinungen Mariens und die Presse
Soeben ist bei Beauchesne ein Buch mit einem unleugbaren literarischen Wert, einer starken Originalität, einem Wagemut, der allerdings ganz dem Strenge des Dogmas entspricht, erschienen. Der Autor, Raoul Auclair, ist weder Theologe, noch Exeget von Beruf. Er ist ein Laie, der das Brot der Heiligen Schrift, ißt, kaut und wiederkaut, auf die Art von Paul Claudel, und wie es der demütigste Christ tun kann, ohne die beruflichen Theologen und Exegeten geringzuschätzen, sondern mit der Freiheit des Kindes Gottes und im Geist der Kirche.
Ebenso wird in gleicher Freiheit jeder diese oder jene seiner Interpretationen oder Vermutungen ablehnen können. Aber es scheint mir, das Hauptziel dieses Buches ist, die Aufmerksamkeit dem zuzuwenden, was einen neuen, bemerkenswerten Charakter hat und das der Autor Die Erscheinungen Mariens nennt.
Die Analyse und aufmerksame Betrachtung der sieben letzten Erscheinungen: Paris, La Salette, Lourdes, Pontmain, Fatima, Beauraing und Banneux erlaubt Raoul, ein neues und erstaunliches Licht auf etwas zu lenken, das die gleiche Sicherheit in sich hat, wie die Wirklichkeit der Erscheinungen. Wenn die Mutter Jesu, fleischgewordene Weisheit, gekommen ist und gesprochen hat, so muß jedes ihrer Worte mit dem Gewicht der göttlichen Weisheit gewogen werden. Diese Worte Mariens, die so einfach und klein scheinen, diese Worte, die mit fast unhörbarem Ton in die Geschichte gefallen sind, sind von einer solchen Fülle, daß sie so unendliche Wellen erzeugen, die immer größer werden, bis zu den Grenzen des universellen Zeitraums.
Im Gegensatz zu dem, was man gewöhnlich denkt, sind die Eingriffe Mariens in unserer Zeit nicht die Wiederholung einer einfachen Lektion der evangelischen Moral, sondern eine Ankündigung und ein Besuch, die die zweite Ankunft Jesu-Christi betreffen. Die Jungfrau ist nicht nur gekommen, um uns zu sagen Tut Buße!, sondern, um uns zu bestätigen, daß das Reich Gottes nahe ist.
Die Vorstellung der sieben Erscheinungen durch Raoul Auclair, auf sehr lebendige Weise, läßt uns den eschatologischen Umfang erkennen: Auf Maria hören, sagt er, heißt, in die Geschichte eintreten; das heißt den Sinn der Geschichte, den Satan gestohlen hat, wiederfinden, wiederherstellen, zurücknehmen; das heißt in die Tiefe und die Vorherbestimmungen der Geste Gottes auf Erden eindringen: in die Eschatologie.
Die Eschatologie ist der Plan der Liebe Gottes für das ganze Universum, ein Plan der reift und sich zu einem unfehlbaren Erfolg drängt. Weil die Zeiten besonders schlecht sind, kommt Maria, die in den Himmel aufgenommen wurde, selber, um uns zu helfen und um uns zu beruhigen, während die Kreatur unter Geburtsschmerzen leidet.
So kann uns Raoul anleiten, sofort in die Tiefe des Themas einzudringen, das in Fatima behandelt werden wird: Die Eingriffe Mariens in unsere menschliche Geschichte und seine brennende Aktualität zu verstehen.
Pfarrer André Richard, Paris, Frankreich (L'Homme Nouveau)
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