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Die Mutter, Laura Bégin, hatte am 19. Juli 1920, Ernest Giguère, geheiratet. Beide waren von Sainte-Germaine-du-Lac-Etchemin, eine Ortschaft, die 100 Kilometer südöstlich von Quebec entfernt ist. Die Mutter, die sich Maria geweiht hatte, wünschte sich mit ihrem Gatten mehrere Kinder zu haben, die sie Gott schenken wollten. In ihrer mütterlichen Wartezeit wünschte sie eine Tochter als Erstgeborene und hat für sie den Namen Maria ausgesucht. Am 14. September 1921 geboren, wurde ich am selben Tag nämlich am Festtag der Kreuzerhöhung mit dem Vorname Marie-Paule getauft. Die Familie bestand letztendlich aus zehn Kindern: sechs Mädchen und vier Buben.
![]() Marie-Paule mit 18 Jahren. |
Eine tiefe religiöse Erziehung wurde uns gegeben, die zur Liebe zu Jesus und Maria, zur Kirche und der Eucharistie, und vor allem, zum erhabenen Priestertum, offen war. Ahnte die Mutter, daß diese Liebe, die sie ihrer ältesten Tochter beigebracht hat, später so schwer geprüft würde?... Sehr jung wird mein Geist vom missionarischen Ideal eingenommen und ich gebe mich Gott als Sühneopfer dar. Ein Prediger, ein erleuchteter Seelenführer schreibt mir meine Haltung vor: Nein, Gott ruft Sie nicht zum Ordensleben, Gott will Sie in der Welt. |
Mein Wunsch bleibt bestehen, aber Gott nimmt es auf sich, mich durch die Ereignisse der Vorsehung auf allen meinen Wegen zu führen. So sollte mein Weg sein, in Übereinstimmung mit meiner Berufung als Sühneopfer. Am 1. Juli 1944, in Lac-Etchemin, mit 22 Jahren, ist es die Trauung, die Freuden und Hoffnungen, Enttäuschungen und Leiden bringt. Fünf Kinder werden meine Freude sein: André (1945), Louise (1947), Michèle (1948), Pierre (1950) und Danielle (1952). |
![]() 1. Juli 1944, Lac-Etchemin - Hochzeit von Marie-Paule in der Pfarrkirche. |
Dann wird das Leben unhaltbar, das stete Heldentum, ich bin menschlich geschlagen, aber geistig glücklich.
1957, am Ende eines schrecklichen Jahres kommen vier Personen, die ich nicht darum gebeten habe, die sich miteinander nicht abgesprochen haben und diskret unsere Lage studieren, innerhalb vier Tagen hierher und geben mir die gleichen Ratschläge: meinen Mann zu verlassen und meine Kinder in ein Internat zu schicken. Nach drei Tagen gehorche ich in einer unbeschreiblichen Zerrissenheit. Ich schweige über all die Verleumdungen und Kommentare, die wegen meines damals ungewöhnlichen Lebensstandes ausgesprochen wurden. Ich verteidige meine Sache nicht. Aber Grundwellen erreichen die ganze Umgebung.
Aber Gott stützt mich. Seit 1954 spricht er mit mir über ein Werk: DIE ARMEE MARIENS. Was ist die Armee Mariens? Ich weiß es nicht und mein Seelenführer auch nicht. Es ist angebracht abzuwarten.
1958: Marianisches Jahr, hundert jähriges Jubiläum der Erscheinungen Marias bei Bernadette Soubirous (Lourdes). Im Februar befiehlt mir mein geistlicher Leiter, Leben aus Liebe zu schreiben. Jahr der großen Erniedrigungen, aber auch der großen Gnaden. Und welch ein Jahr geistlicher und moralischer Lehre, die für ein mystisches Handeln vorbereiten, von dem ich noch nichts weiß!
Merkwürdig ist, daß ich über DIE STUNDE DER KREUZIGUNG, die kommen soll, informiert bin. Warum und durch wen? Genauere Angaben wurden mir am 28. April 1958 gegeben: ES SIND DIE PRIESTERSEELEN, DIE DICH KREUZIGEN WERDEN. WIE ICH ES WAR, BIST DU UNSCHULDIG, MAN WIRD ABER ÜBERALL AUSBREITEN, DASS DU HASSENSWERT, UND DIE EHRLOSESTE ALLER KREATUREN BIST. ALL DIESE PRIESTERSEELEN, DIE AUS HOCHMUT, SELBSTSUCHT, SINNLICHKEIT IN JEDER HINSICHT SÜNDIGEN, WERDEN DICH MIT STEINEN BEWERFEN (Leben aus Liebe I, Kapitel 53); ... MEINE PRIESTER SIND AUCH MEINE BISCHÖFE... (id. VIII, Kapitel 26). Niemand erfährt diese innerlichen Worte, außer mein geistlicher Führer.
1965, erschütternde Ereignisse zwingen meine Kinder und mich, uns in der Stadt Quebec niederzulassen. Drei Jahre später bilden wir, im Laufe der Zeit eine Gruppe von Freunden: Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien die sich im geistlichen Leben verbrüdern. Die Anzahl wächst nach den Ereignissen der Vorsehung und wir treffen uns jährlich zu einem Gebetstag. Weil unsere Freundschaft vor allem geistig ist, findet die wahre Brüderlichkeit ihre Kraft in der Freude.
28. August 1971, am Abend eines marianischen Gebetstages im Heiligtum Unserer Frau von Etchemin, wo sich die marianische Equipe, die ungefähr 75 Personen aus Kanada und den Vereinigten Staten zählt, versammelt hat, vernehme ich von oben, daß die Gründung der Armee Mariens, die mir schon seit 1954 angekündigt war, stattfand.
Die Armee Mariens! Es brauchte nicht mehr, um teuflische Legionen sich erheben zu lassen. Vor allem eine Armee, die man an diesem Zeichen kennt: Ihre Treue zu Rom und zum Papst. Wie es auf der Ebene der Familie war so zeigt mir der Herr welche Angriffe wir zu bestehen haben und er gibt mir die Mittel, damit wir sie umgehen können. Dieses Werk muß für die Kirche wichtig sein, daß Gott sich so darum kümmert. Trotz der Schwierigkeiten nehmen die Gründungen in Kanada und den Vereinigten Staaten und später auch in Europa und auf anderen Kontinenten zu.
Unsere Treffen finden in großer Freude und brüderlicher Eintracht statt. So ist es schon seit Jahren, während der Eine oder Andere von uns angegriffen wird, helfen wir einander im geistlichem Leben. In der Freude und in der Fröhlichkeit folgt das Glück und die Begeisterung dienen zu dürfen.
Diese Freude ist so rein und erfüllt uns so sehr, daß wir hier schon etwas Einmaliges und Unbegreifliches geniessen. Wir Ordensleute und Laien möchten gemeinsam in der echten Liebe zu Gott und zu den Seelen wachsen.
Das marianische Werk fährt nach dem Plan Gottes durch Schwierigkeiten aller Arten hindurch. Infolge eines Beschlusses der Bischofskonferenz von Quebec, erhebt Seine Eminenz, Kardinal Maurice Roy, der Erzbischof von Quebec und Primas der katholischen Kirche Kanadas, die Armee Mariens zur frommen Vereinigung am 10.März 1975. Dies ist für uns eine tiefe Freude, aber wir wissen, daß sich die höllische Wut verdoppeln wird, um dem marianischen Werk zu schaden. Im Jahre 1979 ist die Stunde gekommen um Leben aus Liebe zu veröffentlichen. Der bisher geheim gehaltene mystische Gehalt des Werkes wird enthüllt. Bisher hatten nur die Mitglieder der marianischen Equipe davon Kenntnis.
Die Armee Mariens, die aus Tausenden Mitgliedern in Kanada und in verschiedenen Ländern besteht, empfiehlt die innere Reform und die Erfüllung der Lebensaufgabe in einem authentischen christlichen Leben. Zehn Jahren später, am 31. Mai 1981, wurde die Familie der Söhne und Töchter Mariens zur Erneuerung der Familie Basiszelle der Gesellschaft gegründet. Die Familie besteht aus sieben Zweigen: die Gemeinschaft der Söhne und Töchter Mariens, die heute mehr als 150 Mitglieder zählt: 75 Töchter Mariens und 83 Söhne Mariens, wovon 43 Priester sind; die Mütter (Laien); die angegliederten Priester; die Hilfsmitglieder (Laien: Kinder, Jugendliche und Erwachsene); die Oblaten; die assoziierten Mitglieder und die dem Herzen Jesu und Mariens Geweihten. Am 15. August 1986 wurden die Oblaten-Patrioten gegründet mit dem Ziel, das Vaterland in sozialer Hinsicht zu erneuern.
ALLES WIRD DURCH DAS GERICHT BEENDET WERDEN, hatte mir der Herr 1951 gesagt (Leben aus Liebe I, Kapitel 25). Welches Gericht? Ein ziviles Gericht? Ich glaube eher, daß es sich um das Kirchengericht handelt, sagt mir 1960 mein geistlicher Leiter. Er sah schon durch die Lektüre von Leben aus Liebe die prophetischen Worte, die in diesen Seiten enthalten waren und das, was mir die Zukunft bringen würde: DIE STUNDE DER KREUZIGUNG IST ALSO GEKOMMEN. (...). MEINE MUTTER WIRD DICH FÜHREN, NACHDEM SIE DICH ALLE LEIDEN MEINER PASSION KOSTEN LIESS (id. I, Kapitel 53).
Ist Christus der Erlöser zu seiner Zeit nicht auch vor dem hohen Gericht erschienen? Man klagte Ihn an, man verurteilte Ihn von fern und von oben. Die Seelen, die sich auf dem Weg Christi engagieren, müssen sich auf den gleichen Weg gefaßt machen, denn wenn die Hingabe das Maß der Liebe ist, so muß man auch auf den gleichen Ausgang warten.
Im Jahre 1987 muß die Armee Mariens, welche von der Diözesanobrigkeit, die sie ablehnt und schwer beschuldigt, nach dem Verlangen einiger religiöser Autoritäten im Vatikan, die die Entwicklung dieses Werkes verfolgen ihre Angelegenheit vor den kirchlichen Gerichten verteidigen und wird so bis zum Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur geführt. Am 20. April 1991 wirft die Vollversammlung, die aus Kardinälen besteht, durch ein definitives Dekret diesen Prozeß in Berufung zurück, weil es offensichtlich an Begründungen fehlt... Wieder einmal bestätigen sich die Worte des Herrn auf erstaunliche Weise: ZÄHLE HEUTE DIE ANZAHL DER JAHRE ZWISCHEN DEM APRILTAG AN DEM ICH DICH ÜBER DEINESCHMERZLICHE SENDUNG INFORMIERT HABE UND DEM APRILTAG AN DEM DIESE SENDUNG DURCH DAS URTEIL DER KIRCHE BEENDET WURDE (Leben aus Liebe, Anhang V, S. 93). Dank des Computers ist die Rechnung in einigen Minuten gemacht: 12.045 Tage, einschließlich Schaltjahre, was genau 33 Jahren entspricht. Eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Wirken Jesu aber, nur auf unserem kleinen Maßstab!
Ohne die Gnade Gottes hätte ich niemals diese Prüfungen durchstehen können, als ich für Gott arbeitete und von der Kirche geschlagen wurde. Aber es genügt, sie anzunehmen und die Gnade Gottes stützt uns. Welche Liebe und welches Licht überfluten die Seele, erheben sie über die irdischen Strömungen, um sie da oben im Frieden und der Freude fest zu machen, in einer Art von Glück.
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Jeder Tag hat seine Mühe, sagt das Sprichwort. An jedem Tag genügt dir Meine Gnade, würde der barmherzige Meister sagen.
Das Kreuz ist das Lösegeld für das Apostolat. Die größte Liebe zu Gott ist da, wo die vollkommene Hingabe ist. Um die Liebe zu besitzen und aus Liebe zu leben, in der Perspektive der geistigen Realitäten, müssen wir uns zuerst mit Gott verbinden und seiner Gnade und seinem Einfluß hingeben. Nie kann eine Intimität tröstlicher sein, als diejenige, die Zusammenarbeit zwischen Himmel und Erde wird. Sie absorbiert ein ganzes Leben, sie läßt keinen Platz für die Bitterkeit oder die Unzufriedenheit, die die erhabene Transparenz dieser Intimität vermindern könnten, so daß alles Leiden eine Opfergabe der Liebe wird, sich in der Zärtlichkeit des Herrn mit Frieden umgibt. So kommt man sogar dazu, Gott zu bitten, denen zu verzeihen und zu schützen, die unser Kreuz waren.
Quebec, 22 Septembre 1995
Marie-Paule
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